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Wirtschaft

Fachkräftemangel weitet sich aus

Der Fachkräftemangel im Land Brandenburg erfasst immer mehr Branchen und droht zu einem Wettbewerbsnachteil für die hiesige Wirtschaft zu werden.

So lautet die Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag. Das 61-Seiten-Papier liegt Antenne Brandenburg vom rbb exklusiv vor.

54 Prozent der von der Arbeitsagentur befragten Firmen meldeten unbesetzte Lehrstellen. Die Zahl der Auszubildenden ging in zehn Jahren um ein Drittel auf zuletzt 26.000 zurück.

Über Fachkräftemangel klagten zwei Drittel der Verkehrsunternehmen und mehr als die Hälfte der Betriebe auf dem Bau, im verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheitswesen. Zehn Jahre zuvor waren es nur halb so viele gewesen.

Dem Papier der Landesregierung zufolge werden in Brandenburg in den nächsten 13 Jahren knapp 170.000 Fachkräfte fehlen, ein knappes Drittel davon im Dienstleistungsbereich.

Grund für den Fachkräftemangel seien neben dem demografischen Wandel auch die niedrigen Löhne im Vergleich zu anderen Bundesländern: Jeder fünfte Betrieb zahle unter Tarif, heißt es. Rund jeder vierte Brandenburger Beschäftigte profitiert demnach von der Erhöhung des Mindestlohns.

Zudem zögen Jahr für Jahr zahlreiche Brandenburger ins Ausland. Der Spitzenwert lag bei rund 25.000 Auswanderungen im Jahr 2016.