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Wirtschaft

Trevira streicht 110 Stellen

Der Kunstfaserhersteller Trevira in Guben (Landkreis Spree-Neiße) plant den Abbau von mehr als 100 Stellen. Das hat die Bezirksleiterin Lausitz der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Ute Liebsch, dem rbb nach einer Betriebsversammlung bei Trevira am Montag gesagt.

In der Betriebsversammlung sei den Angestellten mitgeteilt worden, dass 110 Entlassungen anstehen, so Liebsch. Die Kündigungen sollen bis Ende März ausgesprochen werden, so dass bis Ende September alle betroffenen Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben.

Liebsch erklärte, es sei bereits über die Möglichkeit einer Transfergesellschaft gesprochen worden. Das Unternehmen verhandele derzeit noch mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan.

Trevira stellt vor allem Spezialtextilien etwa für die Autoindustrie her. Dort sei die Nachfrage seit der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen, so Trevira-Geschäftsführer Klaus Holz gegenüber dem rbb. Auch die Energiekosten würden eine Rolle spielen. Das Unternehmen erklärte in einer Presse-Mitteilung, der Stellenabbau erfolge in allen Bereichen, also Produktion, Verwaltung und Vertrieb.

Man bedauere sehr, diesen Schritt gehen zu müssen und werde alles daransetzen, den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) bestätigte den Stellenabbau, zeigte sich aber optimistisch. "Insgesamt bremst das unsere Aktivitäten nicht und ich habe auch keine negativen Nachrichten von anderen Investoren bekommen", so Mahro. Der Stellenabbau bestätige die Stadt darin, in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit nicht mehr nur auf die chemische Industrie zu setzen.

In Guben wollen sich der Bifi-Hersteller Jack Link's und das Unternehmen Rocktech Lithium ansiedeln. Hunderte Arbeitsplätze sollen dabei entstehen. Trevira ist aktuell noch der größte Arbeitgeber der Stadt. Rund 450 Mitarbeiter sind in dem Werk beschäftigt.