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Berlinale 15.-25.02.18

Rückblick: Anfänge, Aufreger, Akteure

* 1951: Geburtsstunde der Berlinale: Am 6. Juni eröffnet Alfred Hitchcocks "Rebecca" im Titania-Palast die ersten Internationalen Filmfestspiele Berlin. Das Festival wird ein Publikumserfolg. Das Kürzel Berlinale existiert bereits, auch Bären werden schon verliehen. Zum ersten Berlinale-Leiter wird der Filmhistoriker Alfred Bauer berufen.

* 1956: Aufwertung: Die Berlinale wird zum "A-Festival". Das Publikum wird bei der Bären-Vergabe von einer internationalen Jury abgelöst. Den Goldenen Bären erhält der eher seichte Film "Invitation to the Dance" (Gene Kelly), für viele Kritiker eine Fehlentscheidung.

* 1970: Der erste große Berlinale-Skandal: Der Vietnamkriegs-Film "o.k." von Michael Verhoeven führt zu heftigem Streit. Die Jury hat Bedenken, ob der Film "die Verständigung zwischen den Völkern fördere". Er zeigt die Vergewaltigung und Ermordung eines Mädchens durch eine Gruppe Soldaten. Die Jury tritt zurück, das Wettbewerbsprogramm wird abgebrochen.

* 1971: Nachwirkungen des Eklats von 1970: Erstmals wird das "Internationale Forum des Jungen Films" als offizieller Berlinale-Teil veranstaltet. Vorgestellt werden junge und progressive Filme.

* 1975: Premiere: Nachdem 1974 erstmals ein sowjetischer Film auf der Berlinale lief, nehmen nun Filme aus fast allen sozialistischen Staaten an der Berlinale teil - darunter erstmals auch ein DEFA-Film: "Jakob der Lügner".

* 1976: Der bisherige Festivalleiter Alfred Bauer wird durch den Filmpublizisten Wolf Donner abgelöst. Donner führt zahlreiche Reformen ein - auch die Verlegung vom Sommer in den Winter.

* 1978: Zeitenwende: Erstmals findet die Berlinale im Winter statt: Vom Juni wird sie in den Februar verlegt - der Termin steht bis heute.

* 1979: Eklat um "The Deer Hunter": Das zynische Vietnamkriegsdrama von Michael Cimino beleidigt in den Augen seiner Kritiker in zahlreichen Szenen das vietnamesische Volk. Die sozialistischen Länder zogen ihre Filme und Delegierten vom Festival zurück.

* 1979: Amtsübergabe: Festivalleiter Wolf Donner wird durch Moritz de Hadeln abgelöst.

* 1990: Berlinale in ganz Berlin: Nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 findet die Berlinale auch im Ostteil der Stadt statt - in den Kinos "Kosmos", "Colosseum" und "International".

Rückblick: Anfänge, Aufreger, Akteure

* 2000: Umzug: Zum 50. Jubiläum der Filmfestspiele gönnt man sich eine neue Hauptspielstätte: Den Potsdamer Platz mit dem Berlinale-Palast.

* 2002: Neue Leitung: Das erste Festival von Dieter Kosslick, der 2001 das Direktorenamt von Moritz de Hadeln übernahm.

* 2018: Die 68. Berlinale ist die vorletzte für Dieter Kosslick - sein Vertrag endet 2019. Ende 2017 hatten knapp 80 Filmschaffende Kritik an Kosslick geübt. Sie forderten eine Strukturreform und mehr Transparenz bei der Nachfolgeregelung.