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Fontane.200

Ein Jahr mit Fontane - Aktuelles

Erster Preisträger des neuen Fontane-Wissenschaftspreises ist Gotthard Erler.

Nach Angaben der Jury begründete der Forscher und Biograf u.a. die Große

Brandenburger Ausgabe, die heute maßgebliche Werkausgabe Fontanes.

Er habe in besonderer Weise den Blick für die bedeutende Rolle von Emilie Fontane, der Ehefrau des Schriftstellers, geweitet und in seinen Forschungen beharrlich auf Fontane als großen

sozialkritischen Autor des 19. Jahrhunderts hingewiesen.

Gotthard Erler war seit den 50er Jahren für den Aufbau-Verlag tätig. Seine 1969 erschienene achtbändige Ausgabe der Romane und Erzählungen Fontanes gelte als Meilenstein in der Fontane-Editorik der DDR, so die Jury, ebenso seine Ausgabe der "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" in sechs Bänden.

Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde aus Anlass des 200. Geburtstages in Brandenburg ins Leben gerufen. Damit wird das Lebenswerk von Fontane-Forschern gewürdigt. - Den neuen Fontane-Literaturpreis hatte kürzlich die Autorin Peggy Mädler erhalten.

Das Land Brandenburg und die Stadt Neuruppin hatten den Preis ebenfalls aus Anlass des Jubiläumsjahres ausgelobt.

Er ist mit einem Stipendium in Höhe von 40.000 Euro verbunden.

Besucher der kürzlich eröffneten Ausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam können sich ein Bild von Fontanes Arbeit an den "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" machen.

Zu sehen sind u.a. originale Notizbücher, Manuskripte und Gegenstände zu seinen Geschichten, sein Schreibtischstuhl, sein Tintenfass und sein Globus.

"Es ist wie in seinem Werk: Man bekommt

keine Erkenntnisse serviert, sondern Fontanes Erkenntnisweg", erläuterte Kuratorin Christiane Barz. Von 1859 bis 1889 hatte der Reiseschriftsteller über 100 Ausflüge in die Mark unternommen und die Berichte zunächst für Illustrierte aufgeschrieben.

Im Spreewald läuft noch bis Mitte September das Festival "Aquamediale". Nationale und internationale Künstler-Innen stellen ihre Objekte und Installationen in die Spreeländer Landschaft. Den Anfang macht Straupitz. Besucher können die Kunst vom Kahn aus anschauen oder zu Fuß erreichen.

Die 2019er aquamediale schlage eine Brücke zum 200. Geburtstag Theodor Fontanes, sagte Brandenburgs Kulturministerin Münch.

Wo Fontane in seinen "Wanderungen" den Spreewald als Kultur-Landschaft zeichnete, setzen sich heute Künstler mit den Folgen der Globalisierung auf Mensch und Heimat auseinander.

Weitere Veranstaltungen sind in den Orten Lieberose, Schlepzig, Burg und Lübbenau (alle Dahme-Spreewald) geplant. Der Landkreis veranstaltet die aquamediale seit 2005 alle zwei Jahre.