rbbtext Logo
  • Seite
  • 483

rbbtext extra

Neue Nationalgalerie

Architekt der Weltausstellung in Berlin

Der Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) eröffnete die Neue Nationalgalerie am 15. September 1968 für die Kunst der Klassischen Moderne am Kulturforum in Berlin-Tiergarten.

Neben seinem berühmten Barcelona Pavillon für die Weltausstellung von 1929 gilt der Museumsbau in Berlin als Ikone der Architektur des 20. Jahrhunderts. Er ist zugleich der Schlussstein im Werk des ein Jahr nach der Einweihung verstorbenen Baumeisters.

Die Neue Nationalgalerie ist das einzige Bauwerk, das van der Rohe im Nachkriegs-Deutschland schuf.

Emigrant prägt kulturelles Zentrum

In Aachen geboren, war er 1938 in die USA emigriert. Anlässlich des 75. Geburtstags von Mies van der Rohe 1961, war der West-Berliner Senat an den in Chicago lebenden Architekten herangetreten und hatte ihn mit dem Entwurf eines Museums für die Sammlung des 20. Jahrhunderts der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beauftragt.

Mies van der Rohe reizte der Gedanke, mit seinem Bau das neue kulturelle Zentrum im Westteil der Stadt zu prägen, direkt gegenüber der von Hans Scharoun ab 1960 errichteten Philharmonie.

Klassischer Kunst-Tempel als Vorbild

Für sein Museum griff er auf das Projekt eines Bürogebäudes für die Bacardi-Rumfabrik in Kuba von 1957 zurück, das nach der Revolution nicht realisiert wurde.

Für das Kulturforum entwarf Mies van der Rohe einen granitverkleideten Sockel mit breiter Terrasse, die über Freitreppen betreten wird.

Darauf stellte er eine freistehende, rundum verglaste quadratische Ausstellungshalle mit einem weit darüber hinausragenden, durch Kassetten gegliederten Stahldach, das von acht Stützen getragen wird.

Publikum feiert verglastes Foyer

Die eigentlichen Ausstellungsräume befinden sich im Untergeschoss, im Westen öffnen sie sich mit einer Glaswand zu einem von Mauern eingefassten Skulpturenhof.

Mit dem aus dem Stadtraum entrückten Bau entstand von 1965 bis 1968 die moderne Version eines klassischen Tempels.

Die verglaste Eingangshalle wurde bei ihrer Eröffnung 1968 vom Publikum begeistert gefeiert. Die Ausstellungsmacher stellte der Bau von Anfang an vor große Herausforderungen.

Herausforderung für Ausstellungsmacher

Wechselnder Lichteinfall und der Mangel an Hängeflächen für Bilder erschwerten die Inszenierung von Kunst. Mies van der Rohe musste Vorhänge zulassen, um den Raum überhaupt für Wechselausstellungen nutzbar zu machen. Er selbst hatte die Eingangshalle eher als Bühne interpretiert.

Neben der Neuen Nationalgalerie soll in den nächsten Jahren ein Museum der Moderne entstehen, das vor allem Kunst des 20. Jahrhunderts zeigen wird. Damit beauftragt wurde der Schweizer Stararchitekt Herzog de Meuron. Der erste Spatenstich verzögerte sich bereits und ist nun für 2019 geplant.

Spatenstich für Nachbargebäude

Eigentlich sollte das Gebäude schon 2021 fertig werden. Der Wettbewerbsentwurf soll im Herbst vorgestellt werden.