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175 Jahre Zoo Berlin

Wie alles begann ...

* Seine ausgeprägte Leidenschaft für exotische Tiere lebte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770 bis 1840) auf der Berliner Pfaueninsel aus. Dort finden sich peu a peu u.a. Schafe, Büffel, Hirsche und Schweine, zahlreiche Vögel sowie Mungos, Waschbären, Kängurus, Affen, und Nasenbären ein.

Friedrich Wilhelm IV. hat wenig übrig für die Menagerie seines Vaters und lässt sie nach dessen Tod verkümmern. Der damalige Direktor des Zoologischen Museums, dem heutigen Naturkundemuseum, Lichtenstein, überzeugt den Monarchen, auch für Berlin einen öffentlichen Zoo nach dem Vorbild von London errichten.

Als der Zoo am 1. August 1844 öffnet, sind zunächst nur zwei alte Lamas, fünf Kängurus, ein paar Bären, Affen und einiges Geflügel zu sehen.

* 1845 wird der Zoo Aktienverein. Bis heute ist er eine Aktiengesellschaft.

* Zu erster Blüte kommt er in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. Besucherzahlen und Einnahmen steigen; er entwickelt sich zu einem der weltweit artenreichsten. Das neue Bürgertum hat Geld für Zoo-Aktien und Lust auf einen Zoo-Besuch. Es ist die Zeit, in der Firmen wie Siemens ihre Betriebsfeiern vor Tier-Kulisse abhalten.

Es ist die Zeit, wo man in den Zoo geht, um zu sehen und gesehen zu werden und sich erfrischt in der Zoo-Wirtschaft "Zum Durstigen Flamingo". Damals entstehen u.a. das Elefantenportal, Antilopen-, Straußen-, Affenpalmen- und Raubtierhaus.

Sie werden allerdings auch zur Kulisse der menschenverachtenden "Völkerschauen", in denen indigene Menschen aus verschiedenen Erdteilen, oft gegen ihren Willen, zur Schau gestellt werden.

Noch bis 1930 finden diese Schauen statt.

* 1913: Eröffnung des Aquariums

* Spenden ermöglichen dem Zoo das Überleben nach dem Ersten Weltkrieg. In den Goldenen 20ern geht es wieder bergauf.

* In den 30er Jahren weitere Modernisierungen: Gitter werden durch Gräben ersetzt, es entstehen Freianlagen mit Naturstein für Affen, Löwen, Braunbären, Wölfe und Steinböcke

* 1939 hat der Zoo über 4.000 Tiere in 1.400 Arten. Den Krieg überleben 91 Tiere. Während der Bombenangriffe 1943/ 1944 sowie in den letzten Kriegstagen wird fast alles zerstört, was in 100 Jahren aufgebaut wurde.

Jüngere Zoogeschichte

Unter den überlebenden Tieren sind Flusspferdbulle Knautschke, Elefantenbulle Siam und Schimpansin Suse. Das Aquarium und Antilopenhaus werden instandgesetzt. Elefanten- und das Flusspferdhaus werden neu errichtet.

* 1970er/1980er Jahre: Wiederaufbau des Elefantentores, viele Zuchterfolge u.a. bei den seltenen Spitzmaulnashörnern, Przewalskipferden oder Weißbartpekaris

* Von 1991 bis 2002 entstehen neben anderem das futuristische Flusspferdhaus, die Pinguin- und Robbenanlagen

Jüngere Zoogeschichte

* 2006 wird Eisbär Knut geboren - die erste Eisbärengeburt im Zoo seit über 30 Jahren. Die Geschichte von Eisbär Knut, der von seinem Pfleger aufgezogen wird, geht um die Welt. Knut ist die Attraktion des Zoos. Leider stirbt der kleine Bär im Alter von 5 Jahren.

* Im vergangenen Jahrzehnt u.a. Umgestaltung der Schimpansenanlage, Eröffnung des Gorilla-Freigeheges, der Orang-Utan-Anlage und des Vogelhauses

* Mit einem Staatsakt wird im Juli 2017 das Panda-Gehege eröffnet, die modernste in Europa.

Jüngere Zoggeschichte

Bis 2035 sollen rund 60 Millionen Euro in moderne und artgerechte Tieranlagen investiert werden. Den Besuchern sollen naturnahe Lebensräume gezeigt werden, die der ursprünglichen Heimat der Tiere nachbildet sind.

Neuestes Projekt ist die Anlage für Nashörner und Tapire, die gleichzeitig ein neues Wahrzeichen für den Zoo schaffen soll. Sie entsteht zwischen dem Eingang Löwentor, dem Flusspferdhaus und dem Streichelzoo. Die etwa 14.000 Quadratmeter große Anlage mit Badeteich und Wasserläufen soll bis 2021 fertig werden. Herzstück ist eine 25 Meter hohe indisch anmutende Pagode.

Pläne bis 2035

Sie solle an die 1873 errichtete "Elefantenpagode" erinnern, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, so der Zoo.

Voraussichtlich im nächsten Jahr wird der Umbau des Raubtierhauses abgeschlossen. Geplant sind auch dort großzügigere Gehege. Gitter werden durch Glasscheiben ersetzt.