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Berlin: Schicksalsjahre

Das Jahr 2008

Der Film im rbb Fernsehen

Sa, 6. Juni, um 20.15 Uhr

Film von Artem Demenok

* Letzmalig starten Flugzeuge von Tempelhof: Nach 85 Jahren wird der Zentralflughafen geschlossen. Für viele Berliner ein emotionaler Abschied. Fluglehrer Thomas Schüttoff kämpft bis zuletzt für die Offenhaltung des legendären Luftbrücken-Flughafens. Er erinnert sich an prominente Fluggäste und die letzte Nacht von Tempelhof.

* Bei den Olympischen Spielen in Peking gewinnt die Berliner Schwimmerin Britta Steffen zweimal Gold.

Britta Steffen erzählt von den mühsamen Vorbereitungen, dem Verhältnis zu ihrer härtesten Konkurrentin Libby Trickett und dem Glück, ganz oben zu stehen.

* Im August kommt Barack Obama nach Berlin. 200.000 Menschen verwandeln die Straße des 17. Juni in eine "Obama-Fanmeile" und hören eine Rede, in der sich der US-Präsidentschaftskandidat für einen neuen Geist der Solidarität zwischen den USA und Europa wirbt: "Jetzt ist die Zeit neue Brücken zu bauen."

* Der Friedrichsstadtpalast ist in der Krise: Das traditionsreiche Revuetheater ist hoch verschuldet und schlecht besucht. Berndt Schmidt wird neuer Intendant und schildert, wie er es mit einem harten Sparkurs und modernen Inszenierungen vor der Schließung bewahrt.

* Auch der renommierte Aufbau-Verlag, ehemaliges Flaggschiff der DDR-Literatur, steht vor dem Aus. Der Verlag muss Insolvenz anmelden und sucht dringend einen neuen Eigentümer. Der Kaufmann und pensionierte Lehrer Matthias Koch erzählt, wie er das Traditionshaus übernimmt und zum "Aufbau-Retter" wird.

* Seit Jahresbeginn ist Berlin in Restaurants, Bars und Diskotheken rauchfrei: Das Nichtraucherschutzgesetz tritt in Kraft. Die Wirtin der Musikkneipe "The Doors" klagt vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Rauchverbot und bekommt Recht. Im Interview spricht sie über den Gang nach Karlsruhe und die Zigarette nach dem Sieg.

Das Jahr 2009

Der Film im rbb Fernsehen

Sa, 13. Juni, 20.15 Uhr

Film von Dagmar Wittmers

* Die Berliner S-Bahn gerät in die schwerste Krise ihrer Geschichte. Jahrelang wurde eins der besten Nahverkehrsmittel der Welt kaputtgespart. Nun muss über Nacht ein Großteil der Flotte stillgelegt werden, ein Notfahrplan tritt in Kraft.

Heiner Wegener, Betriebsratschef und seit 1972 S-Bahner, hatte lange vor einem solchen Szenario gewarnt. Nun sieht er mit an, wie Fahrgäste ihren Zorn an Lokführern und Zugbegleitern auslassen.

* Schauspieler Dieter Hallervorden wird Theater-Chef: Er erweckt das seit zwei Jahren leerstehende Schlosspark-Theater in Steglitz wieder zum Leben ein Neuanfang mit 73. Im Interview erzählt er, warum er sein Vermögen ausgerechnet in ein Theater steckt und spricht über Glück und Leid eines Theaterdirektors.

* "Abwrackprämie" wird zum Wort des Jahres gewählt: Wer sein altes Auto verschrottet, bekommt seit Januar 2500 Euro. In der Autopresse Tempelhof herrscht Hochbetrieb: Andreas Schmidtke erinnert sich an Frauen, die unter Tränen von ihrem Auto Abschied nehmen, um die Prämie zu kassieren.

* Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin provoziert in einem Interview mit Aussagen über muslimische Zuwanderer, die "ständig neue Kopftuchmädchen produzieren". Eine Debatte über Integration und Rassismus bricht los, in der sich auch die deutschtürkische Autorin Hatice Akyün zu Wort meldet.

* Am 9. November feiert Berlin den 20. Jahrestag des Mauerfalls mit einem rauschenden Fest. Schauspieler Henry Hübchen, dessen neuer Film "Whisky mit Wodka" im Herbst in die Kinos kommt, erzählt, warum er immer noch sagt, er fahre "rüber", wenn er von Pankow nach Charlottenburg fährt.