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Was sich 2019 ändert

Arbeit und Steuern

Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer steigt für Ledige um 168 Euro auf 9.168 Euro. Verheirateten stehen 18.336 Euro zu (336 Euro mehr). Erst bei Einkommen darüber zieht der Fiskus Steuern ab.

Auch die Beiträge, bis zu denen Steuerzahler Unterhalt für nahe Angehörige als außergewöhnliche Belastungen abziehen können, erhöhen sich: Hier sind ab 2019 maximal 9.168 Euro drin.

Kinderfreibetrag: Der steuerliche Freibetrag zur Sicherung des Existenzminimums des Kindes wird um 192 Euro angehoben.

Er liegt nun bei 4.980 Euro. Für Eltern bleibt dieser Betrag ihres Einkommens pro Kind und Jahr steuerfrei. Das Finanzamt rechnet aus, ob das Existenzminimum des Kindes durch das Kindergeld bereits gedeckt oder ob der Kinderfreibetrag für die Eltern günstiger ist.

Steuererklärung: Wer sie selbst anfertigt, hat nun immer bis zum 31. Juli Zeit. Stellt ein Steuerberater/Lohnsteuerhilfeverein alles für das Finanzamt zusammen, bleiben ebenfalls zwei Monate mehr Zeit. Mit der Steuererklärung für 2018 müssen keine Belege eingereicht werden. Allerdings kann der Fiskus die Unterlagen anfordern.

Mindestlohn: Er steigt von 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. In einer zweiten Stufe wird er 2010 auf 9,35 Euro angehoben. Mehr Geld gibt es ab Januar bzw. im Jahresverlauf auch bei branchenspezifisch in Tarifverträgen festgelegten Mindestlöhnen in einigen Gewerken.

Der neue Mindestlohn gilt auch für Minijobber. Wer zurzeit weniger verdient, dessen Stundenlohn muss ab dem Jahreswechsel angepasst werden. Denn weiterhin darf mit einer geringfügigen Beschäftigung nur ein Verdienst von höchstens 450 Euro monatlich erreicht werden.

Ansonsten wird das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig. Außerdem wird der Zeitraum für eine kurzfristige Beschäftigung auf 50 Arbeitstage oder zwei Monate (bisher: 70 Arbeitstage oder drei Monate) pro Kalenderjahr reduziert. Das müssen vor allem Ferienjobber und Saisonarbeitskräfte im Blick haben.

Langzeitarbeitslose: Das "Teilhabechancengesetz" erleichtert den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Arbeitgeber bekommen Geld vom Staat, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen. Diese werden vom Jobcenter ausgewählt; es gibt verschiedene Instrumente der Förderung.

Jobtickets: Bekommen Beschäftigte vom Arbeitgeber eine kostenlose oder verbilligte Fahrkarte für Bus und Bahn, muss die Kostenersparnis nicht mehr versteuert werden.

Die steuerfreien Leistungen werden künftig aber auf die Entfernungspauschale angerechnet. Sie mindern also den Betrag, den Arbeitnehmer bei der Steuererklärung abziehen können.

Das Job-Ticket ist nur dann steuerfrei, wenn der Arbeitnehmer es zusätzlich zum Arbeitslohn erhält, nicht, wenn es in Form einer Entgeltumwandlung gewährt wird.

Brückenteilzeit: Ab Januar haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf befristete Teilzeit. Sie können ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum reduzieren, um dann wieder zur ursprünglich vereinbarten zurückzukehren.

Die befristete Teilzeit mit anschließender Brücke in Vollzeit gilt in Firmen mit mindestens 45 Beschäftigten und wenn der Mitarbeiter mindestens ein halbes Jahr in dem Betrieb ist.

Arbeitgeber mit 46 bis 200 Beschäftigten müssen nur einem von 15 Arbeitnehmern den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren.