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Berlinale 7.-17.Februar

Motto: "Das Private ist politisch"

Mit der Weltpremiere des Dramas "The Kindness of Strangers" der dänischen Regisseurin Lone wurde am 7. Februar die 69. Berlinale eröffnet.

Die Filmfestspiele stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Das Private ist politisch". Der Slogan der 68er Frauenbewegung erfahre neue Aktualität, betonte Festivaldirektor Dieter Kosslick.

Das spiegele sich auch in den diesjährigen Themen der Berlinale: Kindheit, Familie, Geschlechtergerechtigkeit und Ernährung. Bis zum 17. Februar werden insgesamt 400 Filme gezeigt. 17 konkurrieren um den Goldenen Bären.

Letztes Berlinale-Jahr für Kosslick

Es ist die letzte Berlinale von Dieter Kosslick. Nach 18 Jahren als Festivaldirektor räumt der 70-Jährige seinen Posten und übergibt die Verantwortung ab der nächsten Berlinale 2020 an eine Doppelspitze.

Carlo Chatrian, bisheriger Chef des Festivals von Locarno, wird künstlerischer Direktor, die Niederländerin Mariette Rissenbeek leitet die Geschäfte.

Auch in seinem letzten Jahr als Festidirektor wartet Kosslick mit viel internationaler Prominenz auf. Erwartet werden u.a Tilda Swinton, Catherine Deneuve, Bill Nighty und Martin Freeman.

Wenig Hollywoodglanz in Berlin

Mangels US-Produktionen wird es nur sporadisch Hollywoodglanz auf dem Roten Teppich geben: Der britisch/USamerikanische Schauspieler Christian Bale ist einer der wenigen US-Weltstars, die in diesem Jahr auf der Berlinale zu Gast sein werden.

In "Vice - der zweite Mann" von Adam McKay, einer von sechs Filmen, die außer Konkurrenz im Wettbewerb laufen, spielt er den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney.

Zu den prominenten deutschen Gästen werde der Regisseur Fatih Akin gehören, so Kosslick.

Drei deutsche Filme im Wettbewerb

Akins Film "Der Goldene Handschuh" über die Hamburger Kiezkneipe läuft im Wettbewerbsprogramm.

Aus Deutschland sind auch Angela Schanelecs "Ich war zuhause, aber" über das Verschwinden eines 13-jährigen Schülers und Nora Fingscheidts Debüt "Systemsprenger" über ein 9-jähriges Mädchen, mit dem alle pädagogischen Systeme überfordert, sind, im Rennen.

Zu den nationalen Stars auf dem Roten Teppich werden Lars Eidinger, Franz Rogowski und "Die Toten Hosen" gehören. Über die Band läuft eine Dokumentation auf der Berlinale.

Erstmals Netflix-Produktion im Rennen

Mit "Elisa y Marcela" der Spanierin Isabel Coixet ist erstmals ein Film des Streaminganbieters Netflix im Wettbewerb.

Festivalchef Dieter Kosslick betonte, erst einmal sei die Berlinale fürs Kino da. Die audiovisuelle Welt befinde sich jedoch in einem großen Umbruch. Es werde sich zeigen, wohin die Reise gehe. Er sei überzeugt, dass das Kino bleiben werde.

Der Film beruht auf wahren Begebenheiten zweier Frauen, die 1901 heirateten, nachdem eine von ihnen eine männliche Identität angenommen hatte.